Zeige-Pflanzen – Beispiel: Brennnessel

Schaut euch genau an, was ihr als Unkraut aus dem Boden zieht und macht euch eine Notiz dazu. Vielleicht hilft es euch bei der Entscheidung, was hier stattdessen gut wachsen könnte.

Jäten* wir unsere Beeten, entfernen wir die Pflanzen (Unkraut), die dort offenbar „besser“ wachsen als jene Pflanzen, die wir dort gepflanzt haben. Über mehrere Wochen verteilt kann man feststellen, dass es immer wieder anderes Unkraut ist, dass zwischen unseren Pflanzen wächst.

*Die Entfernung von Unkraut mithilfe von Werkzeugen wird als Jäten bezeichnet.

Das hat einen Grund: Die Bodenbeschaffenheit.

Bestimmte Pflanzen können als „ZEIGE-PFLANZEN“ genutzt werden. Wachsen sie gut, zeigen sie uns, welche Nährstoffe im Boden gerade besonders reichhaltig vorhanden sind. Daraus kann man auch ableiten, was dem Boden fehlt.

Die Brennnessel wächst z.B. in Böden mit einem hohen Stickstoffgehalt sehr gut. Fehlt dieser, wächst sie weniger stark.

Jede Pflanze benötigt Nährstoffe aber nicht immer benötigen sie diese in der gleichen Menge. Tatsächlich kann ein Überangebot von bestimmten Nährstoffen auch dafür sorgen, dass Pflanzen nicht gut wachsen oder nur wenig Ertrag bringen. Es gilt das sogenannte „Optimum-Gesetz

Hier ein Beispiel aus dem Garten-Wiki:
„Wenn eine Tomatenpflanze unter optimalen Bedingungen 30kg Ertrag bringen könnte, durch einen Mangel an Nährstoffen und Spurenelementen jedoch schwachwüchsig ist und nur 10kg Ertrag bringt, hat der Gärtner einen Ertragsverlust von 20kg. „

Wenn sich an einer Stelle im Garten Brennnesseln gut vermehren, ist es ein Zeichen dafür, dass der Boden die richtigen Nährstoffe (für die Brennnessel) zur Verfügung stellt. Die Pflanze nutzt und „speichert“ den Stickstoff. Entfernt man die Brennnesseln, schneidet sie klein und arbeitet sie dann wieder in den Boden ein, ist eine Grundlage für Pflanzen gelegt, die einen Stickstoff-reichen Boden bevorzugen.

Der Bio-Gärtner weiß: Besonders viel Stickstoff benötigen Pflanzen mit viel Blattmasse wie Gurken, Kohl, Rhabarber, aber auch Jungpflanzen. [..]
Gute Versorgung wird angezeigt durch dunkelgrüne Färbung der Blätter. Verlässliche Lieferanten für Stickstoff ist die Beigabe von Brennnessel-jauche oder Hornmehl.

Mein Tipp: Schaut euch genau an, was ihr als Unkraut aus dem Boden zieht und macht euch eine Notiz dazu. Vielleicht hilft es euch bei der Entscheidung, was hier stattdessen gut wachsen könnte. Auf der Seite:
Bio-Gärtner kann man nachlesen, was den Pflanzen fehlen könnte (und woran man es erkennt) und was man stattdessen pflanzen sollte oder mit was man natürlich düngen könnte.